Mein Moment auf der Bühne: Warum Fehler manchmal der Anfang von Stärke sind

Am 11. und 12. April 2026 fand im RheinMain CongressCenter in Wiesbaden der Founder Summit 2026 statt. Für mich war diese Veranstaltung ein besonderer Moment: Ich durfte dort als Speakerin auftreten und meine Botschaft auf die Bühne bringen.

Der Founder Summit ist ein Ort, an dem Menschen zusammenkommen, die etwas bewegen wollen. Gründerinnen und Gründer, Unternehmerinnen und Unternehmer, Menschen mit Ideen, Plänen, Rückschlägen, Neuanfängen und großen Zielen. Genau deshalb passte mein Thema sehr gut in diesen Rahmen.

Denn ich habe nicht über perfekte Lebensläufe gesprochen.
Nicht über makellose Karrieren.
Nicht über den geraden Weg nach oben.

Ich habe über Fehler gesprochen.

Und darüber, was passiert, wenn ausgerechnet in einem sichtbaren Moment etwas schiefläuft.

Wenn aus einem Fehler ein Wendepunkt wird

In meiner Rede ging es um eine Situation, die vermutlich viele Menschen kennen: Man ist vorbereitet, man steht vor anderen, man möchte überzeugen – und dann passiert ein Fehler.

Ein falsches Wort.
Eine falsche Zahl.
Eine Folie, auf der etwas nicht stimmt.
Ein Moment, in dem man am liebsten verschwinden möchte.

Genau diesen Moment habe ich auf der Bühne beschrieben. Denn aus meiner Sicht entscheidet sich dort sehr viel: Nicht der Fehler selbst ist das Entscheidende, sondern die Haltung dazu.

Bleibe ich stehen?
Übernehme ich Verantwortung?
Kann ich darüber sprechen?
Oder versuche ich, den Fehler zu verstecken?

Meine eigene Erfahrung auf der Bühne

Ich habe in Wiesbaden auch von einer eigenen Vortragserfahrung erzählt. Vor einiger Zeit hielt ich einen Vortrag vor Richterinnen, Kommissarinnen und Staatsanwält*innen zum Thema Diversity und Opferschutz.

Mitten im Vortrag bemerkte jemand aus dem Publikum, dass auf einer Folie eine Zahl nicht stimmte. Ich hatte bei einer Zahl eine Null vergessen. Aus 505.000 Betroffenen wurden plötzlich 55.000.

Das ist genau so ein Moment, in dem innerlich kurz alles stehen bleibt.

Aber ich habe die Situation angenommen. Ich habe den Fehler bestätigt, mich für die Aufmerksamkeit bedankt – und damit war die Situation vorbei. Kein Drama. Kein Absturz. Kein Gesichtsverlust.

Im Gegenteil: Der Moment wurde zu einem Beispiel dafür, worum es mir geht.

Souveränität entsteht nicht dadurch, dass keine Fehler passieren.
Souveränität entsteht dadurch, wie wir mit ihnen umgehen.

Fehler machen uns nicht kleiner

Gerade im Business, in der Selbstständigkeit, auf Bühnen und in Veränderungsprozessen gibt es oft den Druck, perfekt wirken zu müssen. Alles soll professionell sein. Alles soll sicher sein. Alles soll kontrolliert sein.

Aber das Leben funktioniert nicht so.

Menschen machen Fehler.
Unternehmerinnen und Unternehmer machen Fehler.
Speakerinnen und Speaker machen Fehler.
Führungskräfte machen Fehler.
Und auch Menschen, die sich neu positionieren, sichtbar werden oder ihren eigenen Weg gehen, machen Fehler.

Die entscheidende Frage ist nicht, ob wir Fehler vermeiden können.
Die entscheidende Frage ist, ob wir trotz dieser Fehler handlungsfähig bleiben.

Der eigene Weg beginnt oft dort, wo Perfektion endet

Für mich hatte dieser Auftritt auch eine persönliche Bedeutung. Ich weiß, wie es ist, einen Weg zu gehen, der nicht immer gerade, bequem oder gesellschaftlich vorgesehen ist.

Als transidente Frau, als hochgradig sehbehinderter Mensch, als Unternehmerin, Beraterin und Speakerin kenne ich Situationen, in denen man nicht in das klassische Bild passt. Ich weiß, wie es sich anfühlt, bewertet zu werden. Ich weiß aber auch, dass gerade darin eine besondere Kraft liegen kann.

Nicht, weil alles leicht ist.
Sondern weil man lernt, stehen zu bleiben.

Sichtbarkeit entsteht nicht durch Fehlerlosigkeit.
Sichtbarkeit entsteht durch Haltung.

Meine Botschaft beim Founder Summit

Die Kernbotschaft meiner Rede war klar:

Mach Fehler. Steh dazu. Und geh deinen eigenen Weg.

Denn Fehler sind nicht automatisch ein Zeichen von Schwäche. Sie können ein Zeichen dafür sein, dass wir uns bewegen. Dass wir ausprobieren. Dass wir sichtbar werden. Dass wir nicht länger nur zuschauen, sondern Verantwortung für unseren eigenen Weg übernehmen.

Gerade für Gründerinnen, Gründer und Menschen in beruflichen Umbrüchen ist das wichtig. Wer etwas Neues aufbaut, wird nicht jeden Schritt perfekt setzen. Wer sichtbar wird, wird angreifbar. Wer führt, entscheidet auch einmal falsch. Wer spricht, kann sich versprechen. Wer handelt, kann korrigieren müssen.

Aber genau darin liegt Entwicklung.

Was ich aus Wiesbaden mitgenommen habe

Der Founder Summit 2026 war für mich mehr als ein Event. Er war ein weiterer Schritt auf meinem Weg als Speakerin.

Ich habe gespürt, wie wichtig es ist, Themen nicht nur fachlich zu erklären, sondern sie erlebbar zu machen. Menschen hören nicht nur Zahlen, Konzepte oder Strategien. Sie hören Geschichten. Sie erinnern sich an Momente. Sie verbinden sich mit Erfahrungen, die echt sind.

Für mich bestätigt sich immer mehr: Meine Bühne liegt dort, wo persönliche Erfahrung, unternehmerische Realität, Diversity, Veränderung und Haltung zusammenkommen.

Nicht laut.
Nicht belehrend.
Nicht perfekt inszeniert.

Sondern menschlich, klar und mit einer Botschaft, die bleibt.

Mein Fazit

Mein Auftritt beim Founder Summit 2026 in Wiesbaden hat mir gezeigt: Es braucht nicht den perfekten Lebenslauf, um eine starke Botschaft zu haben. Es braucht nicht den fehlerfreien Weg, um andere zu erreichen.

Es braucht Mut.
Ehrlichkeit.
Haltung.
Und die Bereitschaft, auch dann stehen zu bleiben, wenn etwas nicht perfekt läuft.

Denn am Ende entscheidet nicht der Fehler.
Es entscheidet, was wir daraus machen.

Link zu meinem Vortrag: https://www.youtube.com/watch?v=4CTQE_bbaKA

Alexandra Dickschat
Speakerin, Mentorin und Beraterin für Diversity, Kommunikation und Veränderungsprozesse
Für Menschen und Organisationen, die ihren eigenen Weg klarer, mutiger und bewusster gehen möchten.